Beschreibung
Solo V, Op. 9
Klassisches Duo (Jahr unbekannt)
Details zum Produkt:
- Komponist: LINDLEY, Robert (1776-1855)
- Format: Digitales PDF mit hoher Auflösung (druckbar)
- Besetzung: Violoncello und Kontrabass
- Anzahl der Seiten (Partitur): 5
- Anzahl der Sätze: 2
- Besonderheiten dieser Partitur: Robert Lindley gehörte zu den bedeutendsten Violoncellisten der Spätklassik und der frühen Romantik und gilt vielfach als Begründer der englischen Violoncelloschule. Er wurde 1776 in Rotherham (England) geboren, erhielt seinen ersten Unterricht bei seinem Vater und setzte seine Ausbildung später bei dem angesehenen Violoncellisten James Cervetto fort, der sein außergewöhnliches Talent erkannte und ihn unentgeltlich unterrichtete. Bereits im Alter von achtzehn Jahren wurde Lindley Solocellist der Italienischen Oper in London – eine Stellung, die er mehr als ein halbes Jahrhundert lang, bis 1851, innehatte. Seine Zeitgenossen bewunderten seinen warmen, klangvollen Ton, seine außergewöhnliche technische Virtuosität und vor allem seine Kunst als Opernbegleiter, bei der er Generalbassbegleitungen von bemerkenswerter Raffinesse improvisierte.Im Jahr 1822 wurde Lindley zu einem der ersten Professoren der neu gegründeten Royal Academy of Music berufen, wo er eine ganze Generation britischer Violoncellisten ausbildete. Obwohl er ein umfangreiches Œuvre hinterließ – darunter vier Violoncellokonzerte, zahlreiche Duos, Solostücke, Etüden und Kammermusikwerke –, gründete sich sein Ruhm stets in erster Linie auf sein Wirken als Interpret und nicht auf seine Kompositionen.
Ein bedeutender Aspekt von Lindleys Laufbahn war seine lebenslange Zusammenarbeit mit Domenico Dragonetti. Über Jahrzehnte musizierten die beiden gemeinsam an der Oper sowie in den bedeutendsten Londoner Konzertinstitutionen. Ihre Partnerschaft wurde legendär; zahlreiche zeitgenössische Berichte rühmen die außergewöhnliche Kraft und künstlerische Ausdruckskraft ihres gemeinsamen Klanges von Violoncello und Kontrabass. Zeitgenössische Quellen bezeichnen Lindley als vielleicht den bedeutendsten Violoncellisten seiner Generation, während Dragonetti den Kontrabass als Soloinstrument nachhaltig aufwertete und dessen Stellung im Musikleben grundlegend veränderte.
Die Six Solos for Violoncello and Bass, op. 9, zählen zu den bedeutendsten erhaltenen Kompositionen Robert Lindleys. Sie entstanden vermutlich im ersten Jahrzehnt des 19. Jahrhunderts, auch wenn sich ein genaues Entstehungsdatum nicht feststellen lässt. Die erhaltene Ausgabe erschien bei Frey in Paris und trägt die Plattennummer 547; ein Erscheinungsjahr ist jedoch nicht angegeben. Das Titelblatt lautet: Six Solos pour Violoncelle et Basse. Die „Basse“-Stimme besteht aus einer unbezifferten Generalbasslinie, die im Wesentlichen die Funktion einer zweiten Violoncellostimme oder einer Bassbegleitung übernimmt. Die Werke können daher sowohl von zwei Violoncelli als auch von einem Violoncello in Verbindung mit einem anderen Bassinstrument aufgeführt werden. Die Six Solos eröffnen einen unmittelbaren Zugang zu jener musikalischen Welt, in der auch Domenico Dragonetti als Interpret wirkte. Nur wenige Kammermusikwerke ermöglichen einen derart direkten Einblick in die Aufführungspraxis der Spätklassik und der frühen Romantik. Sie stehen fest in der klassischen Tradition und sind stilistisch eher der Musik der virtuosen Komponisten des späten 18. Jahrhunderts verpflichtet als der romantischen Violoncelloliteratur, die sich erst später entfalten sollte.
Aus der Sicht des Violoncellisten sind die Six Solos von großem historischem Interesse, da sie das technische Niveau dokumentieren, das einer der bedeutendsten Virtuosen seiner Zeit erreicht hatte. Stilistisch stehen diese Werke zwischen den Sonaten und Konzerten Luigi Boccherinis und dem virtuoser geprägten Violoncellorepertoire des 19. Jahrhunderts, wie es insbesondere durch Bernhard Romberg vertreten wird. Trotz Lindleys außerordentlichem Ruhm zu Lebzeiten verschwanden die Six Solos nahezu vollständig aus dem Standardrepertoire. Dafür lassen sich mehrere Gründe anführen: Sein Ansehen als Interpret überstrahlte sein Schaffen als Komponist; die Werke erschienen lediglich in kleinen Auflagen; mit dem Aufstieg des romantischen Violoncellorepertoires geriet ein großer Teil der britischen Musik der Klassik in Vergessenheit; zudem setzten sich im 20. Jahrhundert nur wenige Violoncellisten für seine Musik ein. In den letzten Jahrzehnten ist jedoch ein wachsendes Interesse an Lindleys Werken zu beobachten, da Musiker und Musikwissenschaftler den reichen britischen Violoncello-Traditionen des späten 18. und frühen 19. Jahrhunderts neue Aufmerksamkeit schenken.
Warum diese Partitur?
- Einzigartiges Werk im Kammermusikrepertoire
- Übersichtliche, lesbare Datei, druckfertig oder für Tablets geeignet
- Sofort nach dem Kauf verfügbar
Überblick: https://www.youtube.com/watch?v=fOehG4WCoYc
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